Bilderklau Fotograf

Bilderklau: Welche Rechte hat der Fotograf?

Der Fotograf (juristisch: Lichtbildner) hat am Ergebnis seiner Arbeit, den Fotografien, ein ausschließliches Recht. Der Gesetzgeber weist dem Urheber von Fotografien das Bestimmungsrecht über die Verwendung der Fotografien zu. Im Internet und in allen anderen Medienformen sind Bilder und Fotografien begehrt. Allzu leichtfertig bedienen sich Interessierte an den Bildern oder Fotografien, die sie im Internet finden. Wird eine solche Fotografie ohne Einwilligung des berechtigten Fotografen vervielfältigt oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht spricht man unjuristisch von Bilderklau.

Kontaktieren Sie den Rechtsanwalt und erhalten Sie Ihr individuelles Angebot für die Beratung oder Vertretung in Ihrem Fall.

Jetzt anfragen

mail(at)rechtsanwalt-kramarz.de

Ihr Draht zum Rechtsanwalt

Bundesweite Beratung bei Bilderklau
Tel.: 06151 - 2768 225
Rechtsanwalt Bilderklau
Bilderklau 2018

Urheberrechtsverletzung an Fotos – Was tun?

Wenn Sie feststellen, dass Ihre Fotos ohne Ihre Genehmigung benutzt werden,

befolgen Sie diese 3 einfachen Schritte um Ihre Rechte zu sichern:

1. Link notieren

Notieren Sie den Link auf die rechtswidrige Veröffentlichung. Der Link kann beispielsweise aus der Browserleiste kopiert werden.

2. Screenshot fertigen

Windows bringt das “Snipping Tool” mit. Öffnen Sie das Programm, wählen Sie “Neu” und markieren Sie was als Screenshot festgehalten werden soll. Wenn es Ihnen besonders auf das Datum der Veröffentlichung ankommt, können Sie daneben eine aktuelle Nachrichtenseite öffnen und diese mit in den Screenshot einbeziehen.

3. E-Mail mit dem Link und den Bildern an den Anwalt schicken

Schicken Sie mir die Bilder der Urheberrechtsverletzung per E-Mail oder mit dem nachstehenden Formular zu. Ich melde mich kurzfristig bei Ihnen.

Bilderklau: Unterlassungsanspruch

Mit dem Unterlassungsanspruch kann der Fotograf die weitere unberechtigte Nutzung des Bildes verbieten. Dabei haftet der Täter, ohne dass es auf ein Verschulden ankommen würde.

„Als Täter einer Urheberrechtsverletzung haftet derjenige auf Unterlassung, der die Merkmale eines Verletzungstatbestands selbst, in mittelbarer Täterschaft oder in Mittäterschaft erfüllt. Dazu genügt gemäß § 97 Abs. 1 Satz 1 UrhG grundsätzlich die Verwirklichung des objektiven Tatbestands. Anders als der Schadensersatzanspruch ist der Unterlassungsanspruch gegen den Täter einer Urheberrechtsverletzung immer dann gegeben, wenn er den objektiven Tatbestand einer Urheberrechtsverletzung in eigener Person erfüllt. Ein Verschulden ist nicht Voraussetzung für die Annahme einer Täterschaft.“

BGH, Urteil vom 05.11.2015, Az. I ZR 88/13, Rn. 16

Unter Umständen kann auch ein Dritter auf Unterlasssung haften, beispielsweise wenn dieser Dritte Verkehrspflichten verletzt hat.

Der Unterlassungsanspruch wird zunächst mit einer Abmahnung geltend gemacht. In einem Abmahnschreiben wird dem Nutzer des Bildes Gelegenheit gegeben, die Ansprüche wegen Bilderklau außergerichtlich zu erfüllen. Dazu wird der Abmahnung sinnvollerweise eine Unterlassungserklärung im Entwurf beigefügt. Die einmalige rechtswidrige Nutzung eines Bildes reicht für die Geltendmachung eines Unterlassungsanspruchs aus. Denn mit dem Bilderklau und der unberechtigten Nutzung des Bildes besteht Wiederholungsgefahr.

Aber Vorsicht: Der Gesetzgeber hat die formellen Anforderungen an Abmahnungen im Urheberrecht wesentlich verschärft. Wenn Sie diese Anforderungen nicht kennen, laufen sie Gefahr eine rechtlich unzureichende Abmahnung zu verfassen.

Die Streitwert für Abmahnungen wegen Bilderklau variieren. Beim Oberlandesgericht Frankfurt wird für ein professionelles Produktfoto ein Streitwert von 6.000 € angesetzt.

“Unter diesen Aspekten schätzt der Senat den Wert für ein entsprechendes Hauptsacheverfahren auf EUR 6000,-, der im Rahmen des vom Senat üblicherweise angesetzten Wertes bei der gezielten Verwendung eines professionellen Produktfotos liegt (Senat, Beschlüsse vom 8.8.2013 – 11 W 29/13 und vom 21.10.2013 – 11 W 39/13).”

OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 25.06.2015, Az.: 11 W 25/15

Für ein Lichtbildwerk kann ein Streitwert von 10.000 € angemessen sein.

Ausräumung der Wiederholungsgefahr

Der Unterlassungsanspruch wird erfüllt, indem die Wiederholungsgefahr ausgeräumt wird. Dazu muss ein Unterlassungserklärung abgegeben werden.

Der Verletzer muss sich gegenüber dem Fotografen schriftlich zur Unterlassung der weiteren Nutzung verpflichten. In einer Unterlassungserklärung muss versprochen werden, dass das betreffende Bild zukünftig nicht mehr rechtswidrig genutzt wird.

Dieses Versprechen alleine reicht aber auch noch nicht aus um die Wiederholungsgefahr entfallen zu lassen. Der Bundesgerichtshof ist zu der lebensnahen Auffassung gekommen, dass ein Unterlassungsversprechen nur dann als ernsthaft zu betrachten ist, wenn sich der Dritte gleichzeitig mit dem Versprechen, die Rechtsverletzung zukünftig zu unterlassen, dazu verpflichtet, dass er für den Fall, dass er gegen das Versprechen verstößt eine Vertragsstrafe zahlt. Diese Vertragsstrafe muss angemessen sein.

Die Unterlassungserklärung entspricht aber nur dann den rechtlichen Anforderungen, wenn Sie mit einer Vertragsstrafe in empfindlicher Höhe strafbewehrt ist. Ab wann das der Fall ist, ist ein Frage des Einzelfalls. Eine Vertragsstrafe von unter 2.500 € wird nur ganz ausnahmsweise als ausreichend zu betrachten sein.

Bilderklau

Bilderklau: Lichtbildwerk oder Lichtbild?

Das Gesetz unterscheidet das Lichtbildwerk, § 2 Abs.1 Nr. 5 UrhG vom Lichtbild, dessen Schutz in § 72 UrhG geregelt ist. Der Unterschied zwischen Lichtbild und Lichtbildwerk liegt in der Art und Weise der künstlerisch, handwerklichen Auseinandersetzung mit dem Motiv. An einem Lichtbildwerk bestehen Urheberrechte. Man kann sagen, es hat einen höheren (künstlerischen, wirtschaftlichen) „Wert“.  Der Schutz als einfaches Lichtbild bedeutet, dass der Fotograf eines Lichtbildes ein Leistungsschutzrecht genießt. Ganz praktisch bedeutet das beispielsweise, dass ein Lichtbild eine kürzere Schutzfrist (50 Jahre) aufweist. Ein Lichtbildwerk hat kraft Urheberrecht Schutz für 70 Jahre nach dem Tod des Fotografen. Der

Gesetzgeber hat durch die Verweisung in § 72 Abs. 1 2. HS UrhG dafür gesorgt, dass die Rechte an Lichtbildwerken und Lichtbildern den gleichen Inhalt haben. Im Fall des Bilderklaus sind für ein Lichtbildwerk höhere Lizenzzahlungen zu erlangen und der Streitwert ist höher.

Bilderklau: Urheberrechtsschutz für Bilder

Welcher Urheberrechtsschutz ergibt sich für den Fotografen? Der Fotograf hat umfassende Rechte an seinen Fotografien. Egal ob es sich um ein Lichtbildwerk oder ein Lichtbild handelt, der Fotograf hat immer das ausschließliche Recht an seinen Fotos inne. Das bedeutet, er allein kann darüber bestimmen wann, wie und wo das Bild veröffentlicht wird. Komplizierter wird die Situation, wenn der Fotograf Dritten Rechte an seiner Fotografie eingeräumt hat. dann gilt es, den Umfang des Urheberrechtsschutzes an den Bildern zu bestimmen.

Kontaktieren Sie den Rechtsanwalt und erhalten Sie Ihr individuelles Angebot für die Beratung oder Vertretung in Ihrem Fall.

Jetzt anfragen

mail(at)rechtsanwalt-kramarz.de

Bilderklau Schadenersatz

Kontaktieren Sie den Rechtsanwalt und erhalten Sie Ihr individuelles Angebot für die Beratung oder Vertretung in Ihrem Fall.

Jetzt anfragen

mail(at)rechtsanwalt-kramarz.de

Bilderklau – Nachweis der Urheberschaft

Kommt es zur rechtlichen Auseinandersetzung im Urheberrecht kommt es oft zum Streit über die Frage, ob derjenige der behauptet die Rechte an der Fotografie zu haben, diese Rechte auch tatsächlich besitzt.

Für den Nachweis der Urheberschaft gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Der Gesetzgeber hat in § 10 UrhG verschiedene gesetzliche Vermutungen geschaffen. Greift eine dieser gesetzlichen Vermutungen, gilt die Vermutung bis zum Beweis des Gegenteils durch den Verletzer.

Die Vermutungsregel des § 10 Abs. 1 UrhG besagt, dass derjenige als Urheber zu betrachten ist, der auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet ist.

Ob diese Regel auch auf Fotografien anzuwenden ist, die im Internet veröffentlicht sind, war umstritten. Dieser Streit wurde mit der Entscheidung des Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.09.2014, Az. I ZR 76/13 gelöst.

Der Bundesgerichtshof hat in dieser Entscheidung (CT-Paradise) geurteilt, dass auch dann ein Vervielfältigungsstück eines Fotos vorliegt, wenn dieses ins Internet eingestellt worden ist. Ist dieses Vervielfältigungsstück dann mit einer Urheberbezeichnung versehen, die eine natürliche Person erkennen lässt und die an einer Stelle angebracht ist, an der der Urheber üblicherweise bezeichnet wird und aus der weiter ersichtlich ist, dass die Bezeichnung eben den Urheber bezeichnet, kann sich der Urheber bzw. der Fotograf auf die gesetzliche Vermutung berufen.

Abseits der gesetzlichen Vermutungsregeln besteht nach allgemeinen Beweisregeln die Möglichkeit die Urheberschaft an Fotografien zu beweisen.

War bei der Erstellung der Fotografien eine andere Person anwesend, kann diese Person als Zeuge für die Urheberschaft benannt werden.

Als ungeeignet erscheint die Berufung auf die Inhalte sog. Exif Daten. Diese Daten werden direkt in die Bilddateien des Typs .jpg oder .tiff geschrieben. Diese Dateien sollen leicht zu manipulieren sein. Es gibt Gerichtsentscheidungen, in denen ein entsprechender Beweisantritt unter diesem Gesichtspunkt verworfen worden ist.

Bilderklau: Weitere Ansprüche

Je nach Konstellation kann es für den Fotograf nützlich sein noch weitere Ansprüche geltend zu machen. Ist unklar, wie weit das Bild tatsächlich genutzt wurde (bspw. Höhe der Auflage) kann es sinnvoll sein einen Auskunftsanspruch geltend zu machen. Im gerichtlichen Verfahren ist es in dieser Situation sinnvoll zunächst einen Anspruch auf Feststellung der Schadenersatzpflicht zu stellen.

Bilderklau: Ihr Ansprechpartner

Rechtsanwalt Kramarz ist seit Jahren im Urheberrecht tätig und hat schon zahlreiche Fotografen bei der Durchsetzung ihrer Bildrechte vertreten. Für die Recherche, ob Ihre Bilder von Bilderklau betroffen sind kann er auf verschiedene Kooperationspartner zurück greifen um Rechtsverletzungen zu ermitteln. Wenn Sie festgestellt haben, dass Ihre Rechte verletzt werden, rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail.