Urheberrechtsverletzung an Texten oder wie Unique Content durch Textklau entwertet wird

 13. Mai 2015
von Christian Kramarz, LL.M.

Wenn Sie Texte verfasst haben oder Rechte an Texten inne haben, die Sie im Internet zum Beispiel auf Ihrer eigenen Internetseite präsentieren und sich der Bedeutung von “Unique Content”, also einzigartigen Inhalten für die Suchmaschinenposition ihrer Internetseite bewusst sind, sollten Sie diesen Artikel lesen.

Verletzung der Rechte an Texten

Texte unterliegen als sogenannte Sprachwerke (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG) dem Schutz des Urheberrechts. Das bedeutet, derjenige der die Rechte an einem Text hat, hat Abwehrrechte gegen den oder diejenigen, die sich des Textes bedienen ohne um Erlaubnis dafür gefragt zu haben.Der jeweilige Text muss die Hürde zur Schutzfähigkeit nach dem Urheberrecht überwinden. Der Text muss eine gewissen Schöpfungshöhe erreichen.

Für Texte, die speziell auf die Nutzung als Internettexte im Hinblick auf eine möglichst gute Auffindbarkeit durch Suchmaschinen geschaffen worden sind (SEO-Texte) gibt es schon eine Reihe von Entscheidungen zur Schutzfähigkeit. Sowohl das OLG Köln, als auch das OLG Rostock gehen davon aus, dass ein Text der speziell im Hinblick auf eine gute Auffindbarkeit bei Google geschaffen worden ist nach dem Urheberrecht geschützt ist.

Unique Content – Schutz vom Rechtsanwalt

Wenn Sie feststellen, dass Texte Ihrer Internetseite ohne Genehmigung übernommen worden sind sollten nicht zögern und mich zum Schutz Ihres Unique Content einschalten. Vor Beauftragung kläre ich mit Ihnen die Rechtslage und die Kosten ab.

Content-Marketing und SERPs

Im Zeitalter des Content-Marketing hat der Textklau im Internet noch eine weitere Dimension hinzugewonnen. Wird der Text vervielfältigt und komplett oder in Ausschnitten auf anderen Internetseiten verwendet führt dass für Internetsuchmaschinen dazu, dass die Internetseiten als sogenannter Double-Content abgewertet werden. Das heißt für denjenigen, der den Text ursprünglich als einzigartigen Text bei sich eingestellt hatte, dass seine Internetseite in den Suchmaschinenergebnislisten (SERPs) abgewertet werden. Zu dem Lizenzschaden, den der Autor erleidet kann dann ein weiterer wirtschaftlicher Schaden treten, beispielsweise, weil die Internetseite keine Werbeeinnahmen mehr generiert oder weil aufgrund der Abwertung der Internetseite bei Google weniger Kunden das Produkt finden und kaufen können.

Was tun bei Textklau?

Gegen den “Dieb” der Texte steht dem Autor ein Unterlassungsanspruch zu, der mittels Abmahnung geltend gemacht wird. Der ebenfalls bestehende Schadenersatzanspruch richtet sich zunächst auf den Lizenzschaden, also auf den Betrag, den vernünftige Vertragspartner für die Nutzung des Textes vereinbart hätten. Dieser Schadenersatzanspruch wird häufig mit dem Auskunftsanspruch durchgesetzt, da der Verletzte häufig keine oder nur wenige Anhaltspunkte dafür hat, wie lange der Text schon unberechtigt genutzt wird.

Content-Marketing und Urheberrechtsverletzung

Textklau im Internet kann sich zum Alptraum jedes Content-Marketers entwickeln. Wenn Sie solche Rechtsverletzungen feststellen ist schnelles Handeln gefragt. Sie erreichen mich unter 06151-73475176.