Rezension: Dreier/Schulze, Urheberrechtsgesetz, 5. Auflage, 2015

 11. Oktober 2015

Rezension
Dreier/Schulze
Urheberrechtsgesetz
Urheberrechtswahrnehmungsgesetz, Kunsturhebergesetz
5. Auflage, 2015
ISBN 978 3 406 67696 3

Der Dreier/Schulze Kommentar zum Urheberrechtsgesetz ist eines der Standardwerke in diesem Bereich. Er zeichnet sich durch eine handliche Größe und umfangreiche Rechtsprechungsnachweise aus. Wer täglich mit dem Urheberrecht beschäftigt ist, für den ergibt sich kaum die Gelegenheit den Dreier/Schulze wieder ins Bücherregal zu räumen.

Umfang der Kommentierung

Neben dem Urheberrechtsgesetz werden das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz sowie das Kunsturhebergesetz kommentiert. Eine Kommentierung des Verlagsgesetzes ist nicht enthalten. In die Kommentierung wurde die Neuregelung zu den verwaisten und vergriffenen Werken (Schutzdauerrichtlinie 2011/77/EG), die in den neuen §§ 61-61c UrhG sowie §§ 13c und 13d UrhWG ihre gesetzliche Regelung erfahren hat, aufgenommen. Auch die Änderungen, die das Gesetz über unseriöse Geschäftspraktiken in § 97a Abs.2 ff. mit sich gebracht hat sind in der Kommentierung aufgenommen.

Stärken des Kommentars

Der Kommentar ist ausführlich und sehr gelungen. Nach den zahlreichen Entwicklungen im Urheberrecht war eine Neuauflage notwendig geworden. Die Stärke des Werkes ist der Umfang der nachgewiesenen Rechtsprechung und Literatur. Der Kommentierung jedes einzelnen Paragraphen ist eine Übersicht der Literatur, die zu der geregelten Materie verfügbar ist. vorangestellt. Dadurch wird er eigentliche Kommentar von der Literaturnachweisen befreit. Die eigentliche Kommentierung weist die Rechtsprechung und Fundstellen in anderen Kommentarliteratur nach.

Kritik

An dem Werk ist zu bemängeln, dass zum Beispiel im Bereich der Kommentierung des § 97 UrhG die einzelnen Randnummern sehr umfangreich sind. In § 97 Rn. 34 UrhG werden zahlreiche Störer-Konstellationen behandelt. Die Randnummer erstreckt sich über zwölf Seiten. Für ein strukturiertes Arbeiten und zielgenaue Verweise und Nachweise wäre eine Überarbeitung der Struktur der Fußnoten wünschenswert. Hier gilt: Wer sucht, wird finden. Der Anwender wünscht sich hier aber die Möglichkeit des schnelleren Zugriffs.
Für den Praktiker wäre es wünschenswert, wenn die Aufzählung der Spezialzuständigkeiten der Gerichte für Urheberrechtsstreitsachen in der Kommentierung zu § 105 UrhG auch die Rechtsgrundlagen, also die einschlägigen Rechtsverordnungen benennen würde. So bleibt dem Nutzer des Kommentars nur entweder den Kommentatoren blind zu vertrauen oder sich dann eben doch selbst auf die Suche nach den Rechtsgrundlagen zu begeben.