Verbot der Entfernung von IPTC-Daten

 25. November 2016
von Christian Kramarz, LL.M.

Der IPTC-Standard ermöglicht es Fotografen ihre Bilder mit Textinformationen zu versehen. Der IPTC Standard wurde 1991 verabschiedet und wird seit 1994 von der Software Photoshop unterstützt. Seit der Einführung des Standards sind in mehreren Millionen Fotografien Informationen nach dem IPTC-Standard eingebunden worden.

Professionelle Bildverwerter (Fotografen, Bildagenturen) hinterlegen in den IPTC-Daten Daten zum Urheber und zu den Urheberrechten. Von den großen Internetportalen werden diese Daten unterschiedlich behandelt. Manche entfernen die Daten, andere übernehmen nur einen Teil der Daten und entfernen den Rest, andere übernehmen die Daten.

Verbot der Entfernung von IPTC DatenEntscheidung des LG Hamburg

Das Landgericht Hamburg hat jetzt im Rahmen eines Versäumnisurteils gegen den Anbieter Facebook entschieden und Facebook die Entfernung der IPTC-Daten verboten (LG Hamburg, Urteil vom 15.01.2016, Az. 308 O 48/15). Tatsächliche Grundlage der Entscheidung war der Umstand, dass Facebook lange Zeit sämtliche Daten, die Urheber mit denen Fotografen Ihre Fotografien versehen hatten beim Upload der Fotografien auf die Plattform einfach abgeschnitten und entfernt hat. Nach Abmahnung änderte Facebook diese Praxis und entfernte die beiden Felder „Autor“ und Copyright-Informationen“ nicht mehr.

Das Landgericht Hamburg hat Facebook nun dazu verurteilt, die Entfernung der IPTC Daten zu unterlassen.

Rechtsgrundlage § 95c UrhG

Rechtliche Grundlage der Entscheidung ist §§ 823 Abs.2 BGB in Verbindung mit § 95c UrhG. § 95c UrhG verbietet es, solche Informationen von einer Kopie eines Werkes zu entfernen, die der Rechteinhaber zum Zwecke der Rechtewahrnehmung an der Kopie angebracht hat.

Tipps für Verwerter und Fotografen

Für alle Bildverwerter gilt: Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die entsprechenden Informationen bei der Verarbeitung des Bildes erhalten bleiben! Es drohen Abmahnungen und die Zahlung von Rechtsanwaltskosten.

Für Fotografen gilt: Die Rechtewahrnehmung ist mit § 95c UrhG ein Stück einfacher geworden. Im Einzelfall sollte überlegt werden, den Auftraggeber auf den Umstand hinzuweisen, dass die Fotografien IPTC-Daten enthalten und dass diese erhalten werden müssen. Dies ist aber nicht zwingend.

Die Entscheidung zu § 95c UrhG zum Verbot der Entfernung von IPTC-Daten oder anderen Daten, die der Rechtinhaber zum Zwecke der Rechtewahrnehmung mit einer Kopie verbunden hat, sollte jeder Fotograf kennen.

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